…diese Aussage beschreibt zwei bedeutende Menschen, die mein Leben bereichern. Am 14.Juni bin ich zusammen mit meiner Frau einer Einladung gefolgt, auf die wir uns schon Wochen vorher gefreut hatten: wir besuchten Annette und Rüdiger Nehberg in ihrem Wohnparadies in Rausdorf.

Immer für einen Spaß zu haben: Rüdiger mit Geier auf der Schulter

Es gibt Orte, an denen ich etwas von der Seele seiner Bewohner spüren kann. Bei den Nehbergs ist so ein Ort. Ich fühle mich sofort wohl und geborgen. Nichts ist hier wie gewohnt. Der Wohnbereich ist eine Manifestation aus über 60 Jahren gelebter Abenteuer, ein endloser Reigen von Bildern und Artefakten, die Geschichten aus einem unglaublichen Leben erzählen.

Um das Haus herum liegt ein Kleinod aus Flora und Fauna, das sich mit liebevoller Pflege und natürlicher Evolution in den letzten Jahrzehnten zu einem schützenswerten Paradies entwickelt hat. Ein Traum fernab von Großstadthektik und kleinbürgerlicher Vorstadtromantik. Ein Ort mit Fülle und einer unmissverständlichen Botschaft: Lebe das Leben – mit allen Facetten!

Das Wohnzimmer ist ein Feuerwerk wunderbarer Artefakte

Rüdiger macht mit mir eine „private Führung“ durch sein Wohnzimmer und ich bin völlig überfordert, die ganzen Eindrücke, die verbal und optisch auf mich einwirken, zu verarbeiten. Ist das hier gerade ein Traum? Ist das wirklich der Mann, den ich vor 35 Jahren bei einem Vortrag in Berlin kennenlernte? Der Mann, dessen Charisma mich schon damals als Jugendlichen so sehr fesselte, dass ich noch im gleichen Jahr einen Rucksack aufschnallte und durch Frankreich trampte? Der Typ, der 30 Bücher geschrieben und zweimal das Bundesverdienstkreuz bekommen hat? Ja, er ist es! Er spricht über unglaubliche Erlebnisse, wie andere Menschen von ihrem letzten Spaziergang. Er spricht von seinem Traum, in Mekka direkt an der Kaaba, dem heiligsten Ort der muslimischen Welt, ein Transparent aufzuhängen, auf dem die Botschaft stehen soll, die ihn seit Jahrzehnten leidenschaftlich kämpfen lässt: „Die genitale Verstümmelung ist ein Verbrechen!“

Mit Annette und Rüdiger

Ich frage ihn, ob er nicht mal wieder Lust hat, ein Abenteuer vor der Haustür zu beginnen, um damit medienwirksam Aufmerksamkeit zu erlangen – Öffentlichkeit hilft im Kampf gegen die genitale Verstümmelung (-> Target e.V.). Rüdiger merkt an, dass in der jetzigen Zeit schon etwas besonderes nötig wäre, um in dem ganzen Mediengetöse aufzufallen, z.B. könnte man ja „auf einem Sack Weinkorken nach Nordamerika schwimmen.“ Einen Moment lang denke ich über diese Idee nach und beschließe dann, jemand anderem die Umsetzung zu überlassen. Zwei Wochen später schicke ich Rüdiger die ersten Weinkorken als Starterset – könnte ja sein, dass er tatsächlich irgendwann nichts besseres zu tun hat 🙂

Janine und Rüdiger

Die Zeit vergeht im Flug und es fällt mir schwer zu gehen. Ich könnte Rüdiger tagelang zuhören. Er ist jemand, der aus nichts ein Drama macht. Jemand, der unglaublich viel bewegt und der, wenn er davon erzählt, nicht mit einem einzigen Wort überheblich oder arrogant wirkt. Er ist ein Macher, ein Unikat, ein Mensch, der sein ganzes Denken und Handeln einem Ziel unterordnet. Niemand hält ihn auf. Jede neu auftauchende Herausforderung, die sich ihm in den Weg stellt, ist für ihn die direkte Aufforderung, einen neuen Weg zu suchen.

Ich habe einen Kloß im Hals, als wir Rausdorf verlassen. Ich gehe mit der Gewissheit, einem besonderen Menschen – einem der ganz großen Deutschen persönlich begegnet zu sein. Ich bin ein bisschen stolz darauf. Und ich weiß: sollte ich eines Tages in den Nachrichten sehen, wie jemand über Mekka ein Transparent ausrollt, dann steht Rüdiger irgendwo in der Nähe und winkt freudestrahlend in die Kamera. Du schaffst es, Rüdiger! Danke, dass es Dich und Deine wundervolle Frau Annette gibt! Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung.

 

„Unfassbar authentisch, voller Liebe und Hingabe“…
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