…waren inspirierend, anstrengend und vollgepackt mit vielen Gefühlen. Die Zeit rast unglaublich. Gerade noch eine Ferienwohnung bezogen, Jahreswechsel erlebt, Wohnung gesucht, im Galopp von Berlin nach Langen gezogen – schon steht Ostern vor der Tür.

Ich kann es nicht bestreiten: die letzten Wochen haben einige Kerben hinterlassen. Aus 500 Kilometer Entfernung haben wir einen Umzug organisiert. Dann in nur 3 Tagen den Inhalt einer 150 qm Wohnung in Kisten und Folie verpackt. 5 volle Wagenladungen Zivilisationsmüll zur Kippe gefahren. Möbel verschenkt, Kleidung entsorgt. In zwei  LKW´s landete alles, was noch übrig war. Ausgefegt, gesaugt – 5 Minuten nach dem Abschalten des Staubsaugers Schlüsselübergabe. Dann ab auf die Piste. Den Möbelwagen hinterher. Keine Zeit für Abschied. Kein Raum für Traurigkeit. Über 50 Jahre Berlin liegen hinter mir. Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen – alles bleibt. Ich bleibe nicht. Ich war gerne hier. Berlin ist ein Teil von mir …und wird es immer sein.

Die Umzugskartons stapeln sich bis unter die Decke

Wir schlafen auf einer Luftmatratze in der neuen Wohnung. Die Umzugswagen stehen pünktlich um 8 Uhr vor der Tür. Wie eine Flutwelle schwappen Möbel, Kisten, Bilder, Pflanzen in die Wohnung. Wir versuchen den Überblick, die Ruhe und die gute Laune zu behalten. Es folgen 4 Tage im blanken Chaos. Am 4.Tag hängen einige Lampen, es steht eine Couch zum Sitzen da. Unsere Lieblingsbilder schmücken die Wände. Ein Stück Heimat. Ein bisschen Komfortzone in einem völlig neuen Leben ohne jede Routine. In einem Leben, in dem ich sogar den Platz der Zahnbürste neu definieren muss und in dem die Suche nach ein paar Socken zum sportlichen Event wird. Dass die Küche komplett falsch geliefert wurde und die Bestellung unseres Badezimmerschrankes einen Zahlendreher enthielt, ertragen wir mit gekonnter Gelassenheit. Die Telekom führt mich allerdings an die Grenzen meiner kommunikativen Möglichkeiten. Als mir nach 6 Wochen erfolgloser Terminvereinbarungen per Mail eine Terminbestätigung zum vorherigen Tag in den Mailkasten flattert und man mir die erfolglose Kontaktaufnahme des Technikers in Rechnung stellen möchte, kann ich verbale Arroganz beim nächsten Telefonat mit dem Service nicht mehr vermeiden. Nach langem Hauen und Stechen plötzlich der Durchbruch: wir haben einen Internetanschluss!! Ganz nebenbei kappt der Techniker unserem Nachbarn kurzfristig den Anschluss. Wo gehobelt wird, fallen Späne 🙂

Der Deichgraf thront in der Abendsonne.

Parallel dreht sich die Deichgraf- und Upstalsboom-Welt weiter. Zwei Schlüsselmenschen aus dem Team sind erkrankt. Wir spüren das jeden Tag. Und trotzdem: mit einem großen Team aus dem Hotel fahren wir zur INTERNORGA nach Hamburg. Jeder hat seinen Spaß und findet interessante Ansprechpartner, um seinen Bereich weiterzuentwickeln. Schön, die leuchtenden Augen zu sehen und die Eigeninitiative zu spüren. Viele Köpfe  haben viele Ideen.

Am letzten Dienstag dann ein ganz besonderes Event: die 100-Tage-Reflektion. Janine und ich bekommen Rückmeldungen von vielen Kollegen. Ich bin total begeistert, wie viele sich auf den Weg gemacht haben, um uns im Deichgraf zu treffen und mit uns über unseren Einstieg bei Upstalsboom zu reden. Hier fühle ich gelebte Sinnorientierung und Wertschätzung. Ich kämpfe mit den Tränen, als plötzlich der ganze Umzugsstress, die vielen Glücksgefühle und mein Bedürfnis, die richtigen Worte zu finden, aufeinander knallen. Mega! Für solche Momente bin ich auf dieser Welt!

Meine ganz persönliche Bilanz nach 100 Tagen: Ich liebe es, morgens ins Hotel zu kommen. Ich genieße den Kontakt mit den vielen unterschiedlichen Menschen im Team, den Gästen und mit dem Rest der Welt am Wattenmeer. Routine hat keinen Platz. Die Herausforderungen der Aufgabe lassen keine Langeweile aufkommen. Das Projekt, eine selbstgeführte Organisation zu etablieren, kann funktionieren. Genau so habe ich es mir gewünscht. Ich freue mich auf die kommende Zeit. Angekommen!

Nächste Woche geht´s zur Sache. Einen ganzen Tag nimmt sich das gesamte Deichgraf-Team Zeit, um herauszufinden, wo die Reise hingehen soll. Wie sieht der Deichgraf in 5 Jahren aus? Welche Gäste kommen zu uns? Was ist uns wichtig? Wie erreichen wir diese Vision? Viele Fragen. Ich weiß, dass im Team riesiges Potential steckt. Es wird ein Fundament entstehen, auf dem das Hotel Deichgraf neu gedacht und gelebt werden kann. GANZ SICHER 🙂

 

Die ersten 100 Tage als Upstalsboomer…
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